Kleine Materialkunde des Schmucks. Edelmetalle: Gold, Silber, Platin; Edelsteine, Perlen, Korallen, Bernstein, Elfenbein, Diamanten.
Bei der Frage nach den wichtigsten Anforderungen an ein Schmuckstück
denkt man zuerst an zwei Eigenschaften: Schönheit und Dauerhaftigkeit.
Edelmetalle und Steine sind dafür ideal.
Daneben wurden aber immer schon andere Materialien verwendet:
Muscheln, Perlen , Federn, Holz, Glas, Eisen, Bronze,
Elfenbein ,
Koralle ,
Bernstein ,
In unserer Zeit sind noch einmal viele neue Werkstoffe hinzugetreten:
Aluminium, Titan und Acrylglas, um nur einige zu nennen.
Viele dieser schönen Dinge sind nicht so belastbar wie die konventionellen
Schmuckwerkstoffe. Das erfordert besondere Umsicht bei der Schmuckgestaltung
und auch gewisse Zugeständnisse an die Haltbarkeit.
Deshalb setze ich solches Material nur ausnahmsweise dort ein, wo ich eine
bestimmte ästhetische Wirkung anstrebe, die mit den klassischen Werkstoffen
allein nicht zu erreichen wäre.
Nicht umsonst sind die Edelmetalle Gold ,
Silber und Platin
immer noch die Basis der Goldschmiedekunst.
Der Begriff Edelmetall ist nicht so eindeutig festgelegt wie etwa
in der Chemie die Edelgase. Man bezeichnet damit im allgemeinen Metalle, die vom
Luftsauerstoff nicht angegriffen werden und die eine hohe Beständigkeit gegen
Chemikalien, insbesondere Säuren, aufweisen. Fast erfüllt auch der Edelstahl diese Bedingungen, obwohl er seine Unempfindlichkeit nur der Bildung einer hauchdünnen,
aber undurchdringlichen Oxidschicht verdankt. Sie dient ihm sozusagen als Tarnkappe,
unter der er sich in die vornehme Gesellschaft der wirklich edlen, chemisch stabilen
Metalle eingeschlichen hat.
Wenn Edelstahl oder auch Titan so selten zu Schmuck verarbeitet werden,
dann liegt das nicht an Vorurteilen der Goldschmiede gegen dieses preiswerte
Material. Es ist leider mit handwerklichen Mitteln ziemlich schwer zu bearbeiten;
was beim Material gespart werden kann, ginge durch höhere Verarbeitungskosten
wieder verloren.
Edelmetalle dagegen lassen sich bei Raumtemperatur leicht
schmieden ,
walzen ,
treiben ,
ziehen
oder biegen; trotzdem besitzen sie eine für übliche Verwendungen
ausreichende Festigkeit. Auch kann man sie sehr gut
löten ,
meist sogar mit Legierungen ähnlicher Farbe und gleichem
Feingehalt.
Die ideale Ergänzung dazu sind die Edelsteine.
In Fachkreisen bevorzugt man die Bezeichnung Schmucksteine als Sammelbegriff für
alle natürlichen oder synthetischen Mineralien, die als Schmuck Verwendung finden.
Man vermeidet dadurch die wenig hilfreichen Kategorien Edelsteine und
Halbedelsteine, die nie verbindlich definiert oder einheitlich angewendet worden
sind.
Wenn auch dem Diamanten eine herausragende Stellung
zukommt, hat doch jeder der vielen Schmucksteine seinen besonderen Reiz.
Zu den gebräuchlichsten finden Sie im Schmucklexikon
eine Beschreibung. Obwohl ihre Schönheit schon von der Natur angelegt ist, wird sie
meist - Mineralienfreunde mögen mir verzeihen! - durch den passenden Schliff
voll zur Geltung gebracht.
Neben Glatt- und Facettenschliff hat von alters her die Steinschneidekunst
in Form von Intaglien und Kameen kostbare Kleinode der
Schmuckkultur geschaffen.
Mit perfektem Finish hat die Natur dagegen die Perlen ausgestattet, denen ich
in einem gesonderten Artikel meine Reverenz erweise.
Zum aktuellen Modethema Heilsteine kann ich nichts beitragen, es sei denn Sie
interessieren sich für meine ganz persönliche Meinung.