Kleine Materialkunde des Schmucks. Edelmetalle: Gold, Silber, Platin; Edelsteine, Perlen, Korallen, Bernstein, Elfenbein, Diamanten.

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Woraus Schmuck gemacht wird


INHALT: Edelmetall: Gold, Silber, Platin. Koralle, Bernstein, Elfenbein, Perlen, Edelsteine und „Halbedelsteine”.

Bei der Frage nach den wichtigsten Anforderungen an ein Schmuckstück denkt man zuerst an zwei Eigenschaften: Schönheit und Dauerhaftigkeit. Edelmetalle und Steine sind dafür ideal. Daneben wurden aber immer schon andere Materialien verwendet: Muscheln, Perlen , Federn, Holz, Glas, Eisen, Bronze, Zahnbein der Stoßzähne des Elefanten und des Mammuts, im weiteren Sinne auch von Flusspferd, Narwal und Walross. Durch gnadenlose Wilderei wurden die afrikanischen Elefantenherden so stark dezimiert, dass nur durch ein generelles Importverbot in die Industriestaaten (natürlich mit Ausnahme von Japan) in Verbindung mit Schutzmaßnahmen afrikanischer Länder die völlige Ausrottung verhindert werden konnte. Zur Zeit ist Elfenbein als Schmuckmaterial praktisch nicht vorhanden. Elfenbein , Aus dem Stützgerüst koloniebildender Weichtiere gewonnenes Material. Die meist rosa, rot oder seltener auch weiß gefärbten Steinkorallen werden zu Schnitzereien, Gemmen oder Ketten verwendet. Durch Raubbau und Wasserverschmutzung sind die Bestände gefährdet, so dass Korallen nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden sollten. Koralle , Undurchsichtiges bis klares fossiles Harz geringer Härte. Meist bräunlichgelb, aber auch hellgelb, rot oder dunkelbraun, ganz selten blau oder grün. Fundstücke enthalten manchmal Insekten oder Pflanzenteile aus der Entstehungszeit.
Als organisches Material ist Bernstein brennbar und unter Druck umformbar. Daher können Sieb- und Verarbeitungsreste zu größeren Kugeln gepresst werden (Handelsname „Echt Bernstein”, richtiger Pressbernstein); dieses Material ist nie durchsichtig.
Bernstein , Email, ...
In unserer Zeit sind noch einmal viele neue Werkstoffe hinzugetreten: Aluminium, Titan und Acrylglas, um nur einige zu nennen. Viele dieser schönen Dinge sind nicht so belastbar wie die konventionellen Schmuckwerkstoffe. Das erfordert besondere Umsicht bei der Schmuckgestaltung und auch gewisse Zugeständnisse an die Haltbarkeit. Deshalb setze ich solches Material nur ausnahmsweise dort ein, wo ich eine bestimmte ästhetische Wirkung anstrebe, die mit den klassischen Werkstoffen allein nicht zu erreichen wäre.

Nicht umsonst sind die Edelmetalle Gold , Silber und Platin immer noch die Basis der Goldschmiedekunst. Der Begriff Edelmetall ist nicht so eindeutig festgelegt wie etwa in der Chemie die Edelgase. Man bezeichnet damit im allgemeinen Metalle, die vom Luftsauerstoff nicht angegriffen werden und die eine hohe Beständigkeit gegen Chemikalien, insbesondere Säuren, aufweisen. Fast erfüllt auch der Edelstahl diese Bedingungen, obwohl er seine Unempfindlichkeit nur der Bildung einer hauchdünnen, aber undurchdringlichen Oxidschicht verdankt. Sie dient ihm sozusagen als Tarnkappe, unter der er sich in die vornehme Gesellschaft der wirklich edlen, chemisch stabilen Metalle eingeschlichen hat.

Wenn Edelstahl oder auch Titan so selten zu Schmuck verarbeitet werden, dann liegt das nicht an Vorurteilen der Goldschmiede gegen dieses preiswerte Material. Es ist leider mit handwerklichen Mitteln ziemlich schwer zu bearbeiten; was beim Material gespart werden kann, ginge durch höhere Verarbeitungskosten wieder verloren. Edelmetalle dagegen lassen sich bei Raumtemperatur leicht Umformung eines Metallstücks durch schlagartige Krafteinwirkung. schmieden , Querschnittsverringerung eines plastischen Materials durch Stauchen zwischen rotierenden Presskörpern (den Walzen). Wichtiges Verfahren zur Herstellung von Blech und Draht. walzen , Spanlose Umformung von Blech zur Herstellung gewölbter Flächen, insbesondere von Hohlkörpern und Gefäßen. Gearbeitet wird mit Formwerkzeugen (Punzen) oder direkt mit speziell geformten Hämmern auf dem Amboss oder einer nachgiebigen Unterlage. treiben , Verfahren zur Herstellung von Draht oder dünnem Rohr. Das an einem Ende zugespitzte Ausgangsmaterial wird durch eine konische Öffnung des Zieheisens (gehärteter Stahl oder Keramik) gezogen. Die Endabmessungen in Dicke und Form werden meist in mehreren Durchgängen mit stetig abnehmendem Querschnitt erreicht. ziehen  oder biegen; trotzdem besitzen sie eine für übliche Verwendungen ausreichende Festigkeit. Auch kann man sie sehr gut Wichtigstes Verbindungsverfahren des Goldschmiedens. Im Unterschied zum Schweißen werden die zu verbindenden Teile nicht angeschmolzen, sondern von einem niedriger schmelzenden Zusatzmetall, dem Lot, benetzt und fest verbunden. Flussmittel verbessern die Benetzbarkeit der Metallflächen, indem sie Verunreinigungen, Oxid- oder Sulfidschichten entfernen. löten , meist sogar mit Legierungen ähnlicher Farbe und gleichem Der Anteil des Edelmetalls in einer Legierung, z.B. in einer Goldlegierung. Feingehalt.

Die ideale Ergänzung dazu sind die Edelsteine. In Fachkreisen bevorzugt man die Bezeichnung Schmucksteine als Sammelbegriff für alle natürlichen oder synthetischen Mineralien, die als Schmuck Verwendung finden. Man vermeidet dadurch die wenig hilfreichen Kategorien „Edelsteine” und „Halbedelsteine”, die nie verbindlich definiert oder einheitlich angewendet worden sind. Wenn auch dem Diamanten eine herausragende Stellung zukommt, hat doch jeder der vielen Schmucksteine seinen besonderen Reiz. Zu den gebräuchlichsten finden Sie im Schmucklexikon eine Beschreibung. Obwohl ihre Schönheit schon von der Natur angelegt ist, wird sie meist - Mineralienfreunde mögen mir verzeihen! - durch den passenden Schliff voll zur Geltung gebracht. Neben Glatt- und Facettenschliff hat von alters her die Steinschneidekunst in Form von Intaglien und Kameen kostbare Kleinode der Schmuckkultur geschaffen.

Mit perfektem Finish hat die Natur dagegen die Perlen ausgestattet, denen ich in einem gesonderten Artikel meine Reverenz erweise.

Zum aktuellen Modethema „Heilsteine” kann ich nichts beitragen, es sei denn Sie interessieren sich für meine ganz persönliche Meinung.

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